Finger weg von Anlagen die heiß empfohlen werden — Du verbrennst nur die Finger!

Deutsche haben Angst an der Börse Geld zu investieren. Man immer wieder, dass man von Bankern betrogen worden sei und sich die Finger verbrannt hätte.

Dazu kann man nur wenig sagen: Vielleicht mal an die eigene Nase gefasst?

In den Boomphasen der 90er Jahre rannten Sparer in Scharen in die Banken. New Media war das Schlagwort. Alles was auch nur irgendwie nach Computer(-technik) oder Internet klang wurde gekauft. Klar, auch auf Beratung der Bankberater, denen man ja vertraut. Übrigens komischerweise mehr, als seinem eigenen Menschenverstand oder das was andere, die schon Erfahrungen im Wertpapierhandel erworben hatten, sagten!. Aber nicht nur New Media (Apple, Google etc., etlich Unternehmen gibt es nicht einmal mehr) war damals hoch im Kurs, sondern auch die Telekommunikation.

Irgendwie sind die Menschen, die sich damals die Finger verbrannt haben, selber schuld. Denn Sie sind ohne Wissen über Unternehmen den Anlageberater der Banken gefolgt. Haben die Wirtschaftssender n24 )heute WeltTV) und n-tv entdeckt, sich von der Euphorie anstecken lassen und sich über die immer höher steigenden Kurse Ihrer New-Media-Aktien gefreut. Dabei wurde aber vergessen: An der Börse geht es auch mal abwärts. Zu dem gilt auch dort das alte Sprichwort: Wer hoch steigt, kann tief fallen.

Und letzteres sind diese neuen Kleinaktionäre. Und zwar gehörig! Leider zum Leidwesen der Anlagekultur. Mit Folgen, die man sogar noch heute in der Niedrigzinsphase spüren kann.

Ein schönes, selbst erlebtes Beispiel mitten in der Run-Phase auf alles was irgendwie etwas mit Internet/Telekommunikation zu tun haben kann: In diesem Fall ging es um die 2. Tranche der Telekomaktie. Als „Telekom-Altaktionär“ reihte ich mich in der Schlange der Berechtigten und derer, die noch auf den Zug aufspringen wollten, ein. Vor mir ein Päarchen der letzten Gruppe, die beim Bankverkäufer (Beratung lief bei dem Run nicht und Beratungsprotokolle gab es damals noch nicht!) für mehrere Tausend D-Mark orderten. Dabei — das Gespräch hörte ich mit, da es damals die Diskretionslinie auch noch nicht gab und zu dem die Filiale ziemlich klein und voll war — stellte sich heraus, dass sie das Geld jedoch nicht hatten. Also kauften Sie diese Aktien auf Kredit. Schließlich kann der Kurs ja nur nach oben gehen! So die einhellige Meinung des Paares und des Bankers.

Wer so etwas macht, ist regelrecht dumm und verdient es nicht anders als auf die Nase zu fallen.

Wie gesagt, wer hoch steigt, kann tief fallen. Und diese Weisheit haben damals die meisten ausgeblendet. Zu dem kam die Verblendung durch die rapide steigenden Kurse und die vollkommen überteuerten Neuemissionen, die dazu führte, dass das Hirn ausgeschaltet wurde und nur noch die Gier vorherrschte.

Warum ich das heute so schreibe?

Den gleichen Effekt haben wir 2012 und 2013 wieder gesehen. Auch wenn nicht bei Aktien und vielleicht nicht in dem Maße. Aber auch jetzt sind wieder einige auf die Nase gefallen und werden in Zukunft noch weitere die Finger verbrennen. Wo? Beim Gold!

Land auf, Land ab rannten und rennen teilweise immer noch Panikmacher rum, die den Sparer auffordern seine hart verdienten Euros zu „retten“ und das Geld lieber in Gold anzulegen. Schließlich wird der Euro ja immer weicher und mehr früher als später werden wir eine riesen Inflation haben!

Was machen die Schafe von Kleinanlegern? Sie machen alles zu Geld, rennen damit zur Bank und kaufen Gold. Wieder steigt der Kurs exorbitant in die Höhe, um dann irgendwann ins Bodenlose zu stürzen. Wäre ja nicht schlimm, wenn man rechtzeitig zu einem günstigen Preis gekauft hätte. Leider werden die meisten Anleger zu relativ hohen Preisen das Edelmetall gekauft haben. Daher werden sie sich wieder die Finger verbrennen.

Und wer ist am Ende schuld? Natürlich der Anlageberater! Der Verkäufer, der die Lämmer geblendet hat. — Dabei hätte der Anleger nur mal sein Gehirn einschalten müssen.

Daher: Lasse es, in heiß empfohlene Anlagemöglichkeiten zu investieren. Du kannst (und wirst) nur verlieren! Und Gewinner sind nur die, die einen Run auf bestimmte Finanzanlagen erzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr in Anlegen & Finanzieren
Traue nicht den Börsenfachleuten blindlings

Traue nicht den Börsenfachleuten. Also den Analysten, Volkswirten und wer auch immer in Presse, Funk und Fernsehen seine Meinung über...

Schließen