Campingaz-Grill 400 R und der Test der schief ging

Sommer ist Grillsaison. Und der steht vor der Tür. Wahrscheinlich wieder so ein trockener wie die letzten Jahre. Daher muss man sich nach Alternativen zum Holzkohle-Grill umsehen. Eine ist der Camping- und Party grill 400R von Campingaz.

Ein kleiner kompakter Grill, der ohne Werkzeug zusammengebaut werden kann. Seine drei Beine werden an die Schale angeschraubt. Ein Einsatz eingelegt. Anschließend noch die Auswahl treffen, ob Rost, Kochfeld oder gusseiserne Platte verwendet werden soll. Fertig ist er für das Vergnügen.

Der Grill selbst ist in 2 Variante zu erhalten. Entweder als 400R zum Anschluss an eine Butan- oder Propanflasche (Achtung, je nach Land in dem er verkauft wird mir 30 oder 50 mbar sowie mit unterschiedlichen Leitungsanschlüssen) und als 400CV mit Gaskartuschen-Anschluss.

Ersterer ist geeignet für Wohnmobilisten und Caravan-Camper. Schließlich kann man diesen Partygrill an die ohnehin mitgeführte Versorgungsflasche anschließen. Die andere Variante ist eher für Zeltbesitzer und Picknickliebhaber gedacht.

Unser Bericht erzieht sich auf den Campingaz-Grill 400R, welchen wir als B-Ware über EBay von Fritz Berger bezogen haben. Laut der Beschreibung des Angebots handelte es sich dabei um einen Partygrill,

– der leichte Nutzungsspuren auf weisen würde

– technisch einwandfrei sei

– ohne Originalverpackung und Bedienungsanleitung geliefert werden würde

Die beschriebenen Punkte waren insoweit O. K. Schließlich werden bei Gebrauch ohnehin Nutzungsspuren entstehen, z. B. die bläuliche Verfärbung am Brenner lässt sich nicht vermeiden. Nach der Beschreibung der B-Wäre konnte man auf ein Ausstellungsstück hoffen.

Der gelieferte Grill sah dann schon etwas anders aus. Das Zubehör vollständig und in Ordnung. Der Deckel, welcher auch als Wok genutzt werden kann, hatte deutliche Lackschäden im Bereich der Griffe. Zu dem fiel ein schwarzer verrußter Bereich an der Außenseite der Grillschale auf. Der Grill war offensichtlich in Gebrauch gewesen. Ist das dann noch B-Wäre?

Dessen ungeachtet startete der Test. Zunächst typisches Grill gut für Camper oder Picknickfans besorgen: mariniertes Fleisch, Würstchen und Gemüse. Anschließend den Grill soweit noch nicht fertig montiert aufgebaut, an die Gasflasche angeschlossen und los sollte es gehen….

Regler nach links gedreht, damit das Gas fließt. Nichts passierte. Erst nach einigem Probieren herausgefunden, wie die Kindersicherung – – wenn man den leichten Druck auf den Regler als solche bezeichnen wollte — zu überwinden ist. Gas entströmte. Man konnte es riechen. Jedoch eine Entzündung mit der im Partygrill verbauten Piazzo-Zündung funktionierte nicht.

Auch die entströmende Gasmenge ließ sich nicht unbedingt regeln. Bei Aus oder Status 0 entwich weiterhin hörbar das Propan.

Erstaunlich war zu dem, dass sich der Drehregler des Campinggrills im Uhrzeigersinn mehr weiter als bis zum 0-Punkt drehen ließ. Genau genommen mehr als 360° konnte der Knauf gedreht werden.

Wenn die Piazzo-Zündung noch funktioniert ist es nicht selten ein Zeichen, dass der Stromgeber (Batterie) leer ist. Dass wie in der Modellbeschreibung beim Hersteller angegeben eine solche eigentlich vorhanden sein müsste, könnte man sehen, da man das Stromkabel im Bedienteil an einigen Stellen durch die Lüftungsschlitze sehen könnte. Jedoch ein Drehen und Wenden des Partygrills führte nicht zum erfolgreich Finden dieser.

Dafür stießen wir auf die Ursache für den schwarzen Rußfleck auf der Außenseite des Partygrills: Durch Studium der im Internet gefundenen Betriebsanleitung erfuhren wir, dass es einen Sichtschlitz in besagter Grillschale gibt mit dem man sehen kann, ob die Flamme. Der Schlitz saß nur nicht da, wo er laut Anleitung hätte sein sollen. Und wo er aus bedienungstechnischen Gründen sinnvoll gewesen wäre.

Campingaz-Grill ist das B-Ware?
Schaden des als B-Ware erworbenen Campingaz-Grills 400R

Also ist die Vormontage falsch. Mit wenigen Handgriffen demontiert und den Grund für die verrußte Stelle entdeckt. Der Campinggrill war nicht nur in Betrieb gewesen. Er hat gebrannt! – – Nicht da wo eigentlich die Flamme hingehört! Verschmortes, geschmolzene Plastik.

Den Test haben wir logischerweise nicht weiter durchgeführt. Die Gefahr für Leib, Leben und Gut ist uns zu hoch gewesen. Dass der Gasgrill jemals von irgendeiner Stelle hinsichtlich er technischer Einwandfreiheit getestet wurde, wagen wir zu bestreiten, denn dann hätte das den Prüftechnikern auffallen müssen, dass hier ein Gerät als B-Wäre herausgeben soll, das eigentlich auf den Schrott gehört.

Die Reklamation beim Händler. Dieser behauptete – – und das Wagen wir zu bezweifeln – -, dass man die B-Wäre vom Hersteller beziehen und so weiter verkaufen würde. Kein Hersteller schickt jedoch unseres Erachtens einen Artikel heraus, der optisch schon darauf hinweist, dass es technische Probleme gegeben hat. Bei dem als B-Wäre deklariert Gerät handelt es sich wohl eher um einen Rückläufer, der vom Retoureneingang des Handels ungeprüft als Mangelware in den Wiederverkauf gegeben wurde. Dies gereicht weder dem Händler noch dem Hersteller zum Vorteil.

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